Alles begann, Mitte der Achziger.
Ich spazierte durch meine Straße und entdeckte zum ersten Mal ein Graffiti. Ich war sofort fasziniert.
Durch einen Klassenkameraden kam ich schließlich selbst zum Zeichnen von Graffiti-Buchstaben. Er zeigte mir die ersten Styles, und ich begann, eigene Entwürfe zu sketchen. Die Schwünge und Farben begeisterten mich und weckten meine Kreativität. Zum ersten Mal machte mir etwas richtig Spaß.
In der Schule hingegen hatte ich weniger Spaß. Wegen meiner Legasthenie und meines ADHS fielen mir viele Dinge schwerer als meinen Mitschülern. Das machte sich auch bei meinen Noten bemerkbar. Oft fühlte ich mich fehl am Platz und nicht wirklich akzeptiert.
Durch Graffiti bekam ich etwas, das mir zuvor oft gefehlt hatte: Anerkennung und Bedeutung! Ich entdeckte eine Leidenschaft, die mir ganz neue Möglichkeiten eröffnete. Gemeinsam mit Freunden war ich Teil einer Crew. Wir reisten viel durch Europa, lernten andere Künstler kennen und gestalteten zahlreiche aufwendige Wandbilder. Mit der Zeit machten wir uns einen Namen in der Szene.
Später heiratete ich, wurde Vater von drei Kindern und fand im christlichen Glauben Orientierung und Halt. Durch meine Frau, die selbst Lehrerin ist, entstand schließlich die Idee, Kunstpädagogik zu studieren. Momentan arbeite ich als Kunstlehrer an einer Realschule.
Als Pädagoge wurde mir bewusst, wie wichtig kreative Freiräume für die persönliche Entwicklung sind.
Heute verfolge ich die Vision, einen Raum für Urban Art und kreative Bildung zu schaffen. Einen Raum, in dem Menschen experimentieren, gestalten und ihre eigenen Stärken entfalten können.
Vom Sprüher zum lehrer
Meine Philosophie:
In jedem steckt Kreativität – sie braucht nur das richtige Umfeld zur Entfaltung.